Schrägkugellager, einreihig

 

Abb.7.2.Schrägkugellager

Einreihige Schrägkugellager haben in Richtung der Lagerachse gegeneinander versetzt angeordnete Laufbahnen im Innen- und Außenring und nehmen Axialkräfte nur in einer Richtung auf. Bei Radialbelastungen entsteht im Lager eine in axialer Richtung wirkende Kraft, die durch eine Gegenkraft angeglichen werden muss. Die Lager werden deshalb gegen ein zweites Lager angestellt. Der Druckwinkel α (auch Berührungswinkel α) beträgt bei Lagern mit dem Nachsatz B 40° und bei Lagern ohne Nachsatz 20° bzw. 30°. Mit α wird dabei der Winkel bezeichnet, den die Verbindungslinie der beiden Berührungspunkte zwischen Kugel und Laufbahnen mit der Radialebene einschließt und unter dem die Belastung von einer Laufbahn auf die andere übertragen wird.

Universalausführungen
Einreihige Schrägkugellager der Universalausführung sind für den paarweisen Einbau in X-, O- oder Tandem-Anordnung vorgesehen. Universalausführung dabei bedeutet, dass während der Fertigung der Lager, die Laufbahnen und Seitenflächen der Ringe so aufeinander abgestimmt werden, dass beliebige Lager gleicher Größe und Ausführung unmittelbar in den o. g. Anordnungen eingebaut werden können. Zu unterscheiden sind dabei folgende Universalausführungen:

Universalausführungen
UA    mit Axialspiel
UO    spielfrei (ohne Vorspannung)
UL    leichte Vorspannung
UM    mittlere Vorspannung
US    starke Vorspannung

Lageranordnung
Für die Zusammenstellung der folgenden Lageranordnungen dürfen immer nur Lager in Universalausführung der gleichen Vorspannung (z. B. UL) und der gleichen Toleranzklasse verwendet werden.

O- und X-Anordnungen werden zur Aufnahme von Axiallasten aus beiden Richtungen oder zur Aufnahme großer Radiallasten angewendet.

Bei der O-Anordnung liegen die großen Planseiten der Außenringe aneinander, während bei der X-Anordnung die kleinen Planseiten der Außenringe aneinander liegen. Die O-Anordnung hat eine größere Abstützweite H als die X-Anordnung und folglich eine höhere Kippsteifigkeit.

Tandem-Anordnungen, bestehend aus zwei oder drei Lagern, werden zur Aufnahme hoher Axiallasten in einer Richtung verwendet. Dabei wird eine große Starrheit der Wellenlagerung erreicht. Bei Tandem-Anordnungen nimmt jedes Lager einen gleichgroßen Teil der Axiallast auf.

Die TO- und die TX-Anordnungen werden wie die Tandem-Anordnung zur Aufnahme von hohen Axiallasten in einer Richtung verwendet. Das zusätzliche dritte Lager dient zur Gegenführung und macht die Mehrfachanordnung zum Festlager.

Die TOT-Anordnung wird bei hohen Radiallasten und bei hohen Axiallasten aus beiden Richtungen als Festlager verwendet. Mit dieser Anordnung wird eine sehr hohe Steifigkeit erreicht. Es ist zweckmäßig, nicht mehr als drei Lager unmittelbar nebeneinander einzubauen, weil sonst die Wärmeableitung schlechter und die Schmiermittelzuführung an alle Lager schwieriger wird.

Daher sollten hier Abstandsringe verwendet werden. Über radiale Bohrungen im äußeren Abstandsring kann der Schmierstoff leicht zugeführt werden.

Alle Anordnungen sind nach Anfrage als Satz lieferbar.

Abstandsringe
Bei Schrägkugellagern in Universalausführung können Abstandsringe bei allen Anordnungen verwendet werden.

Bei der Anfertigung der Abstandsringe ist darauf zu achten, dass der innere und äußere Ring genau gleich breit und planparallel ist.

Toleranzen für den äußeren und inneren Abstandsring
maximal zulässige Werte in µm

 

Toleranzklasse

P0,P6,P5,P4

P2

Breitenunterschied zwischen innerem
und äußerem Abstandsring

3

2

Schwankung der Breite

2,5

1,3

Axialschlag

2,5

1,3

Lagerpaare mit Abstandsring
Schrägkugellager können auf Kundenwunsch auch als Lagerpaare mit fertig abgestimmten Abstandsringen einbaufähig in Tandem-, O- oder X-Anordnung geliefert werden. Bei Lagerpaaren mit Abstandsringen ist besonders auf den seitenrichtigen Einbau der Lager zu achten. Zur Vermeidung von Einbaufehlern ist daher die Zusammengehörigkeit der einzelnen Teile auf einem Lagerpaar durch Sympbole (Pfeil auf den Mantelflächen der Außenringe) gekennzeichnet.

Käfige
Bei einreihigen Schrägkugellagern ist der Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid66 die Standardausführung im Durchmesserbereich der Bohrung bis ca. 130 mm. Auch hier gelten für den Käfig die gleichen Einschränkungen wie beim Rillenkugellager. Weiterhin sind Käfige aus Messing (Standard, wenn nicht Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid 66), Stahlblech bzw. Messingblech auf Anfrage lieferbar.

Toleranzen
Die einreihigen Schrägkugellager werden standardmäßig in der Normaltoleranz gefertigt. Auf Anfrage sind auch Lager in den Toleranzen P6, P5 oder P4 möglich.

Weitere Ausführungen
Weiterhin sind Schrägkugellager mit Keramikkugel oder mit Keramikbeschichtung zur Stromisolierung bis 1000 Volt lieferbar. SLF Schrägkugellager werden auf Anfrage auch in der „LONGLIFE“- Version geliefert. Lager in dieser Ausführung besitzen eine höhere Ermüdungsgrenzbelastung gegenüber dem Standardlager. Lager und Verpackung sind mit „LONGLIFE“ gekennzeichnet.

Normen
Einreihige Schrägkugellager    DIN 628-1

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